Bleiverglasungen
Eine der ältesten Anwendungsmöglichkeit des Werkstoffes Glas ist die Verarbeitung zu Bleiverglasung. Nach Schablonen oder Zeichnungen werden Glasstücke passend zueinander geschnitten und mit Profilen aus Blei miteinander verbunden.

Die Skala der verwendeten Gläser reicht von einfachem Fensterglas über farbige und farblose Gussgläser bis zum maschinell hergestelltem oder mundgeblasenen Echtantikglas. Bei letzterem wird die praktisch unbegrenzte Farbpalette ergänzt durch opalisierende, opake und Überfang-Gläser.

Bleiverglasungen in einfachster Art sind Rechteck- oder andere geometrische Muster und deren Abwandlungen. Sie finden Anwendung im Möbel- und Bauwesen, als Tür- und Trennwandverglasungen in Wohnungen, Gaststätten und auf vielen anderen Gebieten.

Reichere Arbeiten bis hin zur hochwertigen Ausführung künstlerischer Entwürfe, teilweise auch mit geätzten Scheiben, finden ihre Anwendung in anspruchsvollen Bauten und im Kirchenbau.

Ein weiteres Gebiet künstlerischer Glasgestaltung im Bauwesen besteht in der Anwendung von sogenannten Glasintarsien. Auf eine Trägerscheibe aus durchsichtigem Glas werden nach künstlerischen Entwürfen farbige Glasstücke mit Gießharz aufgelegt. Die Fugen zwischen den Glasstücken können entweder durch den dichten Anschluss von Glas zu Glas wegfallen oder je nach künstlerischer Gestaltung als Lichtfuge stehen bleiben.

Eine interessante Belebung von Architektur kann außerdem mit dem Einsatz von gewölbten Gläsern hervorgerufen werden. Allseitig gewölbte Gläser, weiß oder getönt, aus glattem oder strukturiertem Glas, als Einfach- oder Isolierglas, eingesetzt in Kassettenform in Haustüren oder Eingangselementen oder auch in Trennwänden, vermindern den unerwünschten Einblick und schaffen interessante Lichtreflexe.